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Beherbergungsvertrag bei Ferienwohnungen

Bevor Sie eine Ferienwohnung oder eine Wohnung auf Zeit verbindlich buchen bzw. vermieten, sollten Sie sich vorab mit den rechtlichen Grundlagen eines Beherbergungsvertrages (Gastaufnahmevertrag) beschäftigen.

Rechtsgrundlagen

Der Beherbergungsvertrag (auch: Hotelvertrag oder Gastaufnahmevertrag genannt) ist ein gemischter Vertrag mit Elementen des Miet-, Dienst- und Werkvertragsrechts. Bei diesem Vertragstyp wird eine Beherbergung geschuldet, d.h. es wird nicht nur die Raumnutzung gewährt, sondern es werden zusätzliche Dienstleistungen geschuldet, insbesondere die Reinigung der Wohnung, Reparaturen und Bettwäschewechsel.

Der Beherbergungsvertrag ist nicht anders zu behandeln, als jeder andere Vertrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Als schuldrechtlicher und zweiseitig verpflichtender Vertrag verpflichtet er die Vertragspartner (Gläubiger und Schuldner) für die gesamte Dauer des Vertrages zur Erfüllung der vereinbarten gegenseitigen Verpflichtungen. Die Verpflichtung des Vermieters ist es, das Apartment entsprechend der Buchung bereitzustellen. Die Verpflichtung des Gastes besteht darin, den vereinbarten Preis für die Dauer der Buchung zu bezahlen.

Die Vermietung von Ferienwohnungen beruht auf den Vorschriften für Mietverhältnisse auf bestimmte Zeit, vgl. § 575 ff. BGB. Eine vom Gast vorgenommene und vom Gastwirt akzeptierte Reservierung einer Unterkunft begründet zwischen den Parteien einen verbindlichen Gastaufnahmevertrag (Beherbergungsvertrag). Ein verbindlicher Beherbergungsvertrag oder Gastaufnahmevertrag kommt grundsätzlich formfrei, also auch bei mündlicher, vornehmlich telefonischer Buchung zustande. Es sei denn, die Vertragsparteien haben ausdrücklich Schriftform vereinbart.

Wurde ein verbindlicher Gastaufnahmevertrag geschlossen, gilt: Gebucht ist gebucht.

Der Gastaufnahmevertrag ist immer die richtige Wahl, wenn Sie nicht nur eine möblierte Wohnung bereitstellen, sondern auch z. Bsp. Reinigungsleistungen erbringen. Im Kern stellt der Gastaufnahmevertrag jedoch einen Mietvertrag dar, der die Rechte und Pflichten der Gastwirte und Gäste auf besondere Art und Weise regelt.

Bei der Vermietung von Ferienwohnungen und möblierten Apartments, die über die tageweise Überlassung hinausgehen, sollten die besonderen Vorschriften zur befristeten Überlassung von Wohnraum beachtet werden. Ein Zeitmietvertrag muss gem. § 575 (1) BGB u.a. auch den Grund der Befristung enthalten.

Inhalt des Beherbergungsvertrages

Der wesentliche Inhalt des Beherbergungsvertrages bestimmt sich nach § 535 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch):

(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.
(2) Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter die vereinbarte Miete zu entrichten.

Ein Beherbergungsvertrag sollte folgende Gliederungspunkte enthalten:

- Vertragspartner (Namen und Anschrift, E-Mail, Telefon)
- Vertragsgegenstand (mietweise Überlassung eines Apartments und ggf. Dienstleistungen)
- Pflichten des Gastgebers (Bereitstellung des Apartments und Check-in, ggf. Reinigung und Frühstück)
- Pflichten des Gastes (Verpflichtung zur Zahlung des vereinbarten Preises; Zahlung der Stornogebühren bei Rücktritt vom Vertrag)
- Beherbergungsentgelt
- Rücktritt vom Vertrag (Stornobedingungen)
- Haftungsbeschränkung und Verjährung
- Schlussbestimmungen
- Ort, Datum und Unterschriften beider Vertragspartner

Wann kommt ein Beherbergungsvertrag zustande?

Ein Beherbergungsvertrag kommt mit dem Angebot und der Annahme zustande. Die Erklärung eines Gastes, ein Apartment reservieren zu wollen, ist bereits ein Angebot auf Abschluss eines Beherbergungsvertrages.

Nimmt der Gastgeber bzw. Vermieter das Angebot an, liegt ein verbindlicher Beherbergungsvertrag vor.

Vertragsverletzungen und ihre Konsequenzen

Bei schuldhafter Verletzung des Vertrages hat der Gast einen Anspruch auf Schadensersatz. Ein Gastwirt, der gewerbsmäßig Fremde zur Beherbergung aufnimmt, hat den Schaden zu ersetzen, der durch den Verlust, die Zerstörung oder die Beschädigung von Sachen entsteht, die ein im Betrieb dieses Gewerbes aufgenommener Gast eingebracht hat, vgl. § 701 BGB.

Der Gast ist zur Entrichtung des Zimmerpreises auch verpflichtet, wenn er sich nach erfolgter Reservierung vom Vertrag lösen will. Das Hotel ist in diesem Fall berechtigt, Stornogebühren zu verlangen. 

Stornierung von Gastaufnahmeverträgen

Keiner der beiden Vertragspartner kann den abgeschlossenen Vertrag einseitig stornieren, egal welche Gründe vorliegen. Eine Ausnahme kann nur bei Fällen höherer Gewalt (z. Bsp. Naturkatastrophen) vorliegen. Aber schlechtes Wetter, Krankheit oder ein Todesfall im engsten Familienkreis rechtfertigen keinen Rücktritt vom Vertrag.

Rechtlich möglich ist es jedoch immer, einen sog. Aufhebungsvertrag zu vereinbaren. Dabei erklären beide Vertragspartner einvernehmlich die Auflösung des Gastaufnahmevertrages. In diesem Fall kann der Vermieter den vereinbarten oder betriebsüblichen Mietpreis abzüglich seiner ersparten Aufwendungen vom Gast verlangen.

Auf den Zeitpunkt des Rücktritts kommt es dabei nicht an. Auch wenn der Gast mehrere Monate vor der Anreise storniert, bleibt er zur Zahlung des vereinbarten Mietpreises verpflichtet. Der Vermieter muss sich jedoch ersparte Aufwendungen anrechnen lassen. Die Rechtsprechung hat bei Ferienwohnungen und Ferienhäusern eine Pauschale in Höhe von 10 % vom Übernachtungspreis als angemessen anerkannt.

Viele Vermieter / Gastgeber verwenden in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen pauschale Stornogebühren. Oftmals werden die Stornogebühren nach dem Zeitpunkt der Stornierung gestaffelt.


  Alloggia Blog Autor

Autor: Alexander Klein
Aktualisiert: 11.11.2022

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