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Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche

Fridays for Future organisierte bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie weltweite Klimastreiks. Am 15. März 2019 haben bis zu 1,8 Millionen Menschen an dem Klimastreik teilgenommen. Der Klimawandel ist inzwischen in aller Munde und die Auswirkungen in der Umwelt sind mittlerweile für jeden wahrnehmbar geworden.

Die Hauptforderungen der Bewegung lauten u.a.:

- Verabschiedung eine 1,5°C-konformen CO2-Budgets
- Sozialverträglicher Ausstieg aus allen fossilen Energien in Deutschland
- Beseitigung aller Ausbaubremsen für erneuerbare Energien
- Einleiten einer radikalen, sozial gerechten Mobilitätswende

Aber was kann die Tourismusbranche nun konkret zur Umsetzung der Klimaziele beitragen? Wie kann man Apartmenthäuser und Ferienwohnungen auf nachhaltiges Wirtschaften umstellen? Bislang entfallen auf den Umsatz für eine Übernachtung bis zu 7,7 % Energiekosten. Die energiebedingten CO2-Emissionen betragen bei 5-Sterne-Unterkünften bis zu 47,6 kg pro Übernachtung. Der Wasserverbrauch in dieser Hotelkategorie beträgt bis 522 Liter pro Übernachtung. Bei 2-Sterne-Unterkünften fallen bis zu 9,1 Liter Restmüll pro Übernachtung an.

Teilweise lassen sich mit relativ einfachen Maßnahmen erstaunliche Einsparungspotenziale nutzen. Nachfolgend ein paar Beispiele für mehr Nachhaltigkeit in der Tourismus-Branche:

Möglichkeiten zur Energieeinsparung

Beleuchtung
Bei der Beleuchtung können hocheffiziente LED-Lampen eingesetzt werden. Bei einer durchschnittlichen Lichtstärke können so bis zu 44 Watt pro Lampe eingespart werden. Bei 100 Lampen können bis zu 4.928 € pro Jahr eingespart werden. Dem stehen Anschaffungskosten von etwa 800 € gegenüber. Überdies sind weitere Einsparungen durch Bewegungsmelder z. Bsp. in Fluren möglich. Auf diese Weise brennt das Licht nur, wenn es tatsächlich gebraucht wird. Weitere Einsparungen sind noch durch mehr Tageslicht und helle Anstriche möglich.

Elektrische Geräte
Bei elektrischen Geräte wie z. Bsp. Kühlgeräten kann sich die Anschaffung neuerer Geräte mit einer hohen Energieeffizienz (z. Bsp. A+++) lohnen. Verzichten Sie auf den Stand-by-Betrieb und schalten Sie die Geräte lieber ganz ab. Vermeiden Sie zudem Stromspitzen und verteilen Sie den Verbrauch möglichst gleichmäßig über den Tag. So sparen Sie höhere Kosten die bei "Verbrauchsspitzenlasten" entstehen würden. Lüftungs- und Klimaanlagen können mit Sensoren, Zeitschaltuhren oder sogar mit einer Wärmerückgewinnung versehen werden.

Heizung
Planen Sie Belegung der Apartments so, dass möglichst wenige Etagen beheizt werden müssen. Auch ältere Heizungssysteme lassen sich mit intelligenten Steuerungsgeräten wie z. Bsp. elektronischen Thermostatventilen, Nachtabsenkung, hydraulischen Abgleich o.ä. nachrüsten. Lassen Sie dies und ggf. weitere Maßnahmen zur Wärmeisolierung des Gebäudes durch einen Energieberater überprüfen. Die Wärmedämmung zählt zu den wirksamsten, aber auch zu den teuersten Maßnahmen zur Energieeinsparung. Wenn ein Gebäude ohnehin saniert werden muss, kann sich dieser Schritt jedoch lohnen. Bei der Materialauswahl sollten Sie dabei auf ökologische Dämmstoffe wie Kork oder Flachs setzen, um Gesundheitsschäden durch Polystyrol zu vermeiden. Bei dieser Gelegenheit sollten alte Fenster gegen neue Wärmeschutzfenster ausgetauscht werden. Weitere Möglichkeiten: Blockheizkraftwerke, Solarkollektoren, Wärmepumpen, Holzpellets oder Holzhackschnitzel.

Wassereinsparung
Touristen verbrauchen durchschnittlich 350 Liter Wasser pro Übernachtung. Wenn Sie Ihre Duschen mit Spar-Duschköpfen ausrüsten, können Sie den Wasserverbrauch von 15 auf 7 Liter pro Minute reduzieren. In einem Hotel mit 50 Zimmern, 100 Betten und 11.000 Übernachtungen bei einer 60 %igen Auslastung ergibt sich unter Berücksichtigung der Heizkosten eine Einsparung i.H.v. 6.495 €. Demgegenüber entstehen Anschaffungskosten für hochwertige Duschköpfe i.H.v. ca. 2.500 - 5.000 €. Ähnliche Einsparpotenziale gibt es bei Wasserhähnen und Spülkästen, die nicht richtig schließen. Wassersparende Waschmaschinen mit der Energieeffizienzklasse A+++ verbrauchen ca. 8 Liter Wasser pro Kilogramm Wäsche. Waschmaschinen aus dem Jahre 1995 verbrauchen doppelt so viel Wasser. Für die WC-Spülung kann auch Regenwasser genutzt werden.

Abfall vermeiden
Ziel des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ist es, Abfälle zu reduzieren, insbesondere die zu deponierenden Abfälle. An erster Stelle steht dabei die Vermeidung von Abfällen, indem man auf Verpackungen verzichtet oder diese mehrfach benutzt. Da Verpackungen für Lebensmittel in vielen Fällen erforderlich sind, beispielsweise um deren Haltbarkeit zu erhöhen oder die Lagerung zu erleichtern, sollen notwendige Verpackungen verwertet werden. Rohstoffe werden so möglichst lange im Kreislauf geführt und nachhaltig bewirtschaftet, um Ressourcen und Umwelt zu schonen. Viele Gemeinden stellen deshalb neue Wertstofftonnen zur Verfügung. Damit kann der Abfall noch effektiver getrennt werden. Vorteile: Aufwändige Fahrten zum Wertstoffhof entfallen und Fehler bei der Mülltrennung werden vermieden. Dies schafft Akzeptanz bei der Bevölkerung. Getrennt gesammelte Abfälle - darunter fallen Wertstoffe wie Glas, Papier, Kunststoffe und organische Abfälle - können fast vollständig wiederverwertet werden.

Ein Tipp zum Schluss: Stärken Sie die regionale Wirtschaft und kaufen Sie beim Erzeuger vor Ort. Dies verringert die Transportwege und damit die CO2-Emissionen.

Neuer Klimabericht liegt vor

Der Weltklimarat legt heute seinen neuen Bericht vor. UN-Generalsekretär Guterres fordert angesichts der Warnungen des Weltklimaberichts die Politik zu raschem Handeln auf. Bundesumweltministerin Schulze warnte: "Der Planet schwebt in Lebensgefahr".

Flutkatastrophe hier - Flutkatastrophe dort, das Thema "Klimawandel" steht gegenwärtig in allen Schlagzeilen. Sicherlich tun Sie in Ihrem privaten Haushalt bereits einiges, um das Klima zu schützen. Aber tun Sie das auch im Urlaub, wenn Sie eine Ferienwohnung, ein Ferienhaus oder ein Hotel buchen?

Bitte unterstützen Sie Anbieter von Ferienwohnungen, die offensichtlich etwas für den Klimaschutz tun. Der DEHOGA Bundesverband hat bereits vor einigen Jahren ein Papier für das nachhaltige Wirtschaften in Hotellerie und Gastronomie herausgegeben. Aber die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen ist bislang kaum ausreichend. Deshalb sollten Sie, soweit möglich, ganz besonders bei Vermietern buchen, die offensichtlich bereits in den Klimaschutz und das nachhaltige Wirtschaften investiert haben.

Warum das Ganze?

Das globale Klimasystem ist kompliziert und vielen Einflüssen ausgesetzt. Vor allem Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid (CO2) oder Methan verändern das Weltklima. Und zwar so, dass es uns Menschen schadet, und der Natur, in der wir leben.

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e. V. (PIK) beschreibt die Problematik mit folgender Metapher: Schiebt man eine Kaffeetasse ein Stück über den Schreibtischrand, passiert erst nichts. Problematisch wird es, wenn sie einen kritischen Punkt erreicht, an dem sie kippt und abstürzt. Die Kaffeetasse ist ein Synonym für das Klima. Bisher ist es noch recht stabil.

Ein internationales Forschungsteam hat jedoch auf der Erde einige „Kippelemente“ identifiziert, die es radikal aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

Tauende Permafrostböden

Die arktischen Dauerfrostböden in Sibirien und Nordamerika sind ein global bedeutender Kohlenstoffspeicher. Bei einer zunehmenden Erwärmung können große Mengen freigesetzt werden und die Erderwärmung deutlich beschleunigen.

Weniger Meereis an den Polen

Sonnenstrahlen werden momentan noch von Eis und Schnee zurück ins All reflektiert. Schmilzt das Eis durch die Klimaerwärmung, kann es die Strahlung nicht mehr reflektieren und die Erde heizt sich weiter auf. 

Abholzung und Brände der Urwälder 

Der Amazonasregenwald und auch die borealen Nadelwälder in Kanada und Sibirien leiden unter Dürreperioden, Bränden und der fortschreitenden Abholzung. In jedem Baum sind große Mengen Kohlenstoff gespeichert, die in die Atmosphäre entweichen, wenn der Baum beispielsweise abbrennt. 

Kohlenstoffaufnahme des Meeres 

Bisher hatte das Meer einen gewaltigen Effekt. Etwa 40 Prozent der anthropogenen CO2-Emissionen wurden im Meer gespeichert, vor allem in Algen. Doch durch die zunehmenden Temperaturen nimmt der Sauerstoffgehalt des Meeres ab, sodass weniger Algen wachsen. Die Folge: Das Meer nimmt deutlich weniger CO2 auf.

Golfstrom wird langsamer

Sollte die Zirkulation des Golfstroms irgendwann abreißen, wären die Folgen schwer. Beispielsweise könnten mehr Extremwetter in Europa stattfinden. 

Welche Maßnahmen sparen Kohlendioxid (CO2)?

Greenpeace nennt zehn Energiespartipps, die wirklich was bringen fürs Klima

1. Strom vom unabhängigen Öko-Anbieter
2. Mit Fahrrad, Bus oder Bahn zur Arbeit
3. Weniger Fleisch auf dem Teller
4. Kurzstreckenflüge canceln
5. Bio aus der Region ins Körbchen
6. Heizung runterdrehen
7. Volle Maschine, niedrige Temperatur
8. Energiefresser im Laden lassen
9. Bye-bye Standby
10. Erleuchtung mit LEDs

Quelle: vgl. DEHOGA Bundesverband, Nachhaltiges Wirtschaften in Hotellerie und Gastronomie
 


  Alloggia Blog Autor

Autor: Alexander Klein
Aktualisiert: 13.05.2022

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