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Stornierung einer Buchung

Egal, ob eine Ferienwohnung, ein Hotel oder eine Pension gebucht wird, durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen kommt immer ein Beherbergungsvertrag bzw. ein Mietvertrag auf der Grundlage des Mietrechts zustande.

Dabei ist es rechtlich gleichgültig, ob der Vertrag per Brief, Telefax, E-Mail oder Online-Buchung zustande kommt. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung kann ein Beherbergungsvertrag auch durch wechselseitige E-Mail abgeschlossen werden.

Mietrecht

Rechtliche Grundlage sämtlicher Beherbergungsverträge (Gastaufnahmeverträge) ist das Mietrecht §§ 535 ff. BGB. Das Reiserecht ist hier nicht anwendbar, da es ausschließlich Pauschalreiseangebote von Reiseveranstaltern betrifft. Voraussetzung der Anwendbarkeit des Reiserechts im BGB ist, dass der Anbieter mehrere Reiseleistungen organisiert, diese aufeinander abstimmt und als Reisepaket zu einem Gesamtpreis anbietet.

Schriftliche Buchungsbestätigung

Eine schriftliche Buchungsbestätigung, die aufgrund einer Buchungsanfrage ausgestellt wird, dokumentiert übereinstimmende Willenserklärungen und ist damit für beide Vertragsparteien verbindlich. Es liegt keine unverbindliche Reservierung vor, sondern es ist ein Beherbergungsvertrag zustande gekommen.

Der Vertrag kommt auch zustande, wenn die Parteien über den Apartmentpreis bei der Buchungsanfrage nicht verhandelt haben. In diesem Fall bringt der Gast zum Ausdruck, dass er bereit ist, den vom Vermieter bzw. Hotel üblichen Zimmerpreis zu zahlen. Das geht aus einem Urteil des LG Frankfurt am Main vom 18.05.2005, Az: 2-01 S 53/04 hervor.

Im Vergleich zum Mietvertrag (vgl. § 535 BGB) wird beim Beherbergungsvertrag eine Beherbergung geschuldet, d.h. es wird nicht nur die Raumnutzung gewährt, sondern es werden zusätzliche Dienstleistungen geschuldet wie z. Bsp. die Endreinigung, Wechsel der Bettwäsche und der Handtücher. Es handelt sich also um einen gemischten Vertrag mit Elementen des Miet-, Dienst- und Werkvertrags.

Wurde ein verbindlicher Beherbergungsvertrag geschlossen, so gilt: Gebucht ist gebucht.

Stornierung einer Buchung

Gast und Gastwirt sind an einen einmal geschlossenen Vertrag gebunden. Es gibt kein gesetzliches Rücktritts- oder Widerrufsrecht. Daher kann keiner der Vertragsparteien einseitig vom abgeschlossenen Vertrag zurücktreten, ganz gleich welche Stornogründe vorliegen.

Ein Rücktritt vom Vertrag (Stornierung) ist nur dann möglich, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart wurde.

Die einzige Ausnahme liegt bei "Höherer Gewalt" vor. Schlechtes Wetter, Krankheit und selbst ein Todesfall im engsten Familienkreis rechtfertigen keinen Rücktritt vom Vertrag, vgl. § 537 BGB. Die Parteien können sich jedoch jederzeit auf eine einvernehmliche Auflösung des Vertrages einigen. In diesem Fall kann der Vermieter bzw. der Hotelier den vereinbarten Mietpreis abzüglich seiner ersparten Aufwendungen vom Gast verlangen.

Stornogebühren

Der Gast ist zur Entrichtung des Übernachtungspreises auch verpflichtet, wenn er sich nach erfolgter Buchung vom Vertrag lösen will. Der Gastwirt ist in diesem Fall berechtigt, Stornogebühren zu verlangen. Die Stornogebühr beziffert sich nach der vertraglich geschuldeten Gegenleistung abzüglich der vom Gastwirt ersparten Aufwendungen (z. Bsp. verminderte Betriebskosten, Bewirtung, Bettwäsche).

Hierbei haben sich in der Praxis handelsübliche Pauschalsätze herausgebildet, vgl. auch OLG Düsseldorf, NJW-RR 1991, 1143. Bei einer reinen Übernachtung (ohne Frühstück, Halb- oder Vollpension) können demnach bis zu 90 % des vereinbarten Preises als Stornogebühr berechnet werden. Bei einer frühen Stornierung z. Bsp. 90 Tage vor Anreise können die Stornokosten entfallen oder deutlich geringer bemessen werden.

Kündigung aus wichtigem Grund

Ordentliche Kündigungen sind grundsätzlich ausgeschlossen, da die Ferienwohnung für einen vorher genau bestimmten Zeitraum gebucht wurde. Allerdings sind Kündigungen aus wichtigem Grund weiterhin zulässig, wenn die Nutzung durch den Mieter erheblich beeinträchtigt ist. Dies kann der Fall sein bei erheblicher Gesundheitsgefährdung, massivem Ungezieferbefall, starkem Lärm, sehr unangenehmen Gerüchen oder unzureichender Heizung bei kalten Außentemperaturen.

Reiserücktrittsversicherung

Wir empfehlen unseren Gästen grundsätzlich eine Reiserücktrittsversicherung.

Doppelbuchung

In den Fällen, in denen der Vermieter z. Bsp. wegen einer Doppelbuchung storniert, muss er dem Gast Schadenersatz leisten oder eine adäquate Ersatzwohnung mit gleichwertiger Ausstattung und Lage bereitstellen.


  Alloggia Blog Autor

Autor: Alexander Klein
Aktualisiert: 19.09.2022

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